Ziele erreichen durch das Arbeiten auf der Zeitlinie

Die Zielearbeit auf der Zeitlinie eignet sich dann, wenn es darum geht, Kraftquellen aus der Biografie des Coachees  zu erschliessen, ohne vergangene Probleme oder den Blick auf vergangene Probleme aufzuarbeiten.

Der Coachee (=Coaching Klient) beschreibt seine Zeitlinie im Raum, von wo nach wo die Gegenwart und Zukunft verläuft. Es wird ein Kärtchen für den Hier und Jetzt Punkt und ein Kärtchen für das Ziel gelegt. Der Coachee beschreibt sein Ziel nach positiven Kriterien.

 

P = Positiv formuliert in der Gegenwart und so als ob du es schon erreicht hättest. Gehirngerechte Zielformulierung kommt ohne Verneinung und Konjunktiv aus. Wörter wie abnehmen, nicht mehr, kein, sollte, könnte und alles irgendwie unbestimmte bei der Zielformulierung weglassen. Wird das Ziel mir bringen, was ich wirklich will?

O = Ökologie. Der Kern jeder Zielformulierung. Was ist der Preis, den ich bezahlen muß, damit ich das Ziel erreiche? Wie hoch ist mein Einsatz zeitlich, finanziell und emotional? Was sind die Konsequenzen? Bin ich bereit so viel Aufwand zu betreiben? Ist es das Wert?
Wie stelle ich mir mein Leben vor, wenn ich das Ziel erreicht habe?
Die Vorstellung muß konkret möglich sein und gute Gefühle auslösen. So will ich das = löst Kraft aus.

Wann gilt das Ziel und wann nicht. Das Ziel wird auf Beständigkeit abgeklopft. Die Ernsthaftigkeit des Ziels wird geprüft. Bedenke auch bei der Zielfindung, wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein. ;-)

S = Sinnesspezifisch konkret. Das Ziel wird gesehen, gehört und erspürt. Mit allen Sinnen wird überlegt, wie es sein wird, wenn man das Ziel erreicht hat. Was siehst du? Wie fühlst du dich? Wie hört es sich an?

I = Individuell. Das erstrebenswerte Ziel ist in meiner individuellen Kontrolle. Mein Ziel hängt nicht vom wollen anderer ab. Wenn ich bspw. will das meine Kunden freundlicher sind, werde ich das kaum erreichen. Ich kann mir als Ziel aber eine Strategie oder ein Verhalten überlegen, damit ich mit dem Verhalten der anderen besser klar komme. Formuliere dein Ziel so, dass die Erreichbarkeit in deiner eigenen Kontrolle liegt.

T = Testbar. Woran merke ich wenn ich das Ziel erreicht habe? Bei persönlichkeitsorientierten Zielen ist es schwierig Sachen zu messen. Da ist es dann wichtig, Kriterien für den Wachstumsprozess zu definieren. Bspw. wenn ich es schaffe den Job nicht hinzuwerfen unter zwei Jahren Verweildauer, dann hat es mir geholfen an mir zu arbeiten.

I = Interessant. Das Ziel interessiert mich brennend. Ansonsten ist das Ziel vielleicht eine Notlösung oder ein Weg aus mangel an Alternativen.

V = Visionär. Wofür steht das Ziel? Was steckt hinter dem Ziel? Vielleicht noch ein viel größeres? Hier stellt sich auch immer die Sinnfrage. Was gibt dem Leben und den Tätigkeiten wirklich Sinn. Und dennoch passiert es: Nicht alles was man im Leben tut, muß immer nützlich sein.

Der Coachee stellt sich auf den Punkt im Raum, an dem sein Ziel erreicht ist. Der Coach stellt dem Coachee Fragen wie bspw.: Tu mal so als ob du dein Ziel schon erreicht hast, welche Bilder und Gefühle fallen dir ein? Was fällt dir auf?

Dann geht der Coachee wieder aus dem Zielpunkt raus. Er läuft vom Hier und Jetzt Punkt in die Zukunft zum Ziel. Im Zielpunkt angekommen schaut der Coachee zurück auf den Weg vom Hier und Jetzt Punkt zum Ziel und benennt Ressourcen, die Ihm auf dem Weg ins Ziel geholfen haben (wenn er auf einem Zielpunkt, den er selber im Raum bestimmt hat, sich so einspürt als sei sein Ziel erreicht). Was brauchst du auf dem Hier und Jetzt Punkt, um den Weg gut gehen zu können, um zum Ziel zu kommen, wo du gerade bist? Welche Ressourcen haben dir geholfen, den Weg gut zu gehen? Hier findet ein Perspektivenwechsel statt. Der Coachee stellt sich vor, das Ziel sei bereits erreicht.

 

Nun werden an einem anderen Platz im Raum (Metaposition) für jede hilfreiche Ressource Erfahrungen aus dem eigenen vergangenen Leben gefunden und mit Hilfe von Bodenkärtchen auf der Zeitlinie eingeordnet (noch vor dem Hier und Jetzt Punkt, weil ja Vergangenheit).

Der Coachee steigt nach und nach in alle für die Zielerreichung nützlichen Ressourcenerfahrungen aus seiner Vergangenheit ein, und ankert sie mit Hilfe des Coaches.

In den NLP-Formaten geht es immer wieder darum, mit bestimmten Ressourcen Ziele zu erreichen oder Probleme zu bewältigen. Dabei sind die Ressourcen Gefühlserlebnisse die man zu ankern versucht, eine Art der intensiven Reinsteigerung ins Gefühl damit man sich das Gefühl als Kraftquelle zukünftig leichter merkt und mit einer Farbe einem Ton oder Handbewegung auslösen kann.

Wenn man sich Gefühle als Kraftquellen zu nutze macht, ist man den eigenen Gefühlen nicht mehr so ausgeliefert. Man kann sich selber besser managen. Ich will euch in einer kurzen Anleitung zeigen, wie ihr ein Gefühl ankern könnt, beispielsweise Mut für ein Vorstellungsgespräch.

Positive Mut-Erfahrung ankern.

  1. Erinnere dich an eine Situation in der du dich ganz wohlgefühlt und dich mutig gefühlt hast. Es geht hier um dein ganz persönliches Gefühl des mutig seins, das du ankern möchtest.
  2. Versetzte dich ganz dorthin. Erlebe die Situation in deiner Vorstellung nochmal neu. Schau gut hin und höre genau zu. Spür nach. Gibt es in der vergangenen Situation in der du mutig warst noch andere Gefühle und Empfindungen?
    Die inneren Bilder die du hast kannst du heller, dunkler, farbiger, größer machen. Die Lautstarke, Stimmen, Geräusche deiner vergangenen Erinnerung kannst du verändern. Stimme alles so ab, das du dich wohlfühlst dabei. Wie eine Art Filmvorführer schaust du dir eine vergangene Situation an, in der du dich gut gefühlt hast und mutig warst und drehst jetzt nochmal an ein paar Stellschrauben, um die erinnerte Situation noch besser zu machen.
    Spüre nach, wo spürst du das gute Gefühl? Ich beispielsweise spüre Mut immer in den Schultern, der aufrechte Gang.
  3. Wenn du dich total in das mutig sein Gefühl hineingesteigert hast (sehen, hören, fühlen), dann setze einen Anker durch eine unauffällige Handbewegung. Das kann der Zeigefinder sein, den du auf den Daumen drückst. Wenn du direkt im Vorstellungsgespräch sitzt und den Mut Anker durch einen Schenkelklopfer auslöst wird das sicher bemerkt.
  4. Unterbrechen – mach kurz was anderes und teste dann deinen Ressourcenanker
  5. Wo und wann wirst du diesen Anker das nächste Mal nutzen? Am besten innerhalb der nächsten 72 Stunden anwenden dann verfestigt sich der Anker, das Gefühl als Ressource für die Zukunft.

 

Der Coachee geht mit allen geankerten Ressourcen/Kraftquellen zum Hier und Jetzt Punkt und läuft damit zum Zielpunkt.

Der Coachee geht wieder aus dem Ziel hinaus auf eine Meta-Position. Von außen wird geprüft, ob das Ziel passt, oder ob es Einwände gibt. Die im Coaching gefundene Lösung wird durch kritische Fragen überprüft. Was hat es für Auswirkungen? Ist es den Preis wert? Nimmst du es auf dich? Willst du es trotzdem? Mögliche Einwände sollen in den Zukunftsentwurf integriert werden. Gibt es noch irgendwelche Einwände? Welche Risiken sind im Spiel?

 

Wenn das Ziel nicht passt:

Ziel anpassen und gegebenenfalls neue besser passende Ressourcen suchen.

 

Wenn das Ziel passt:

Der Coachee beschreibt auf dem Hier und Jetzt Punkt seinen ersten konkreten Schritt zum Ziel. Im Future Pace soll der Coachee gegen Ende des Coachings überlegen, was er in den nächsten 72 Stunden anders macht bzw. was er in den nächsten 72 Stunden nach dem Coaching verändern wird.

 

 

 

 

 

 

 

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