Stärken stärken-Schwächen schwächen

Seit Monaten bin ich ein großer Fan von Svenja Hofert. Ihren Karriereblog verfolge ich mittlerweile regelmäßig. Dem Aufruf, mich mit einem Artikel an der Blogparade zum Thema Stärken zu beteiligen komme ich gern nach. Normalerweise bin ich ein Blogparaden-Muffel. Bei dieser Blogparade wollte ich aber dabei sein. 

Ich höre immer wieder gerne das Lied „Deine Stärken“ von Silly. „Deine Schwächen sind auch Stärken, an Dir gefällt mir alles gut.“ In diesem Satz steckt so viel Zuspruch und ein großes Ja von außen, das meiner Meinung nach so wichtig ist, um in den Stürmen des Lebens Orientierung zu finden. 

Stärken erkennen wir an uns selbst, wenn wir in unterschiedlichen Bereichen wirken. Sich nebenher in sozialen oder politischen Ehrenämtern auszuprobieren, vielleicht auch nur auf Zeit, halte ich für eine gute Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu erleben, zu spüren was klappt und was nicht klappt. Sich auszuprobieren ohne Geld und Zeit zu verschwenden, dabei auch keine Lücken im Lebenslauf zu hinterlassen, ist eine Kunst, die wohl niemand kann.

Stärken erkenne ich an mir selber erst durch den Vergleich mit anderen Menschen, oder durch Feedback von Leuten die ich wirklich schätze. Ohne den Fremdvergleich wüsste ich selber nicht, wo ich stehe. Da bin ich wohl zu sehr Betriebswirt.

Meine eigenen Schwächen möchte ich schwächen, indem ich mich immer wieder in Situationen begebe, die mir Angst machen und mir eine Nummer zu groß sind. Scheitern und Veränderungen können weh tun. Sogar Freundschaften können zerbrechen. Autsch.

Im schlimmsten Fall ziehe ich mich dann zurück, lecke meine Wunden und greife nach einer Weile gestärkt wieder an.

Wenn ich mir überlege, welche Stärken in der Zukunft gefragt sein werden, fallen mir Freunde und Bekannte ein, die von sich behaupten, hochsensibel zu sein. Nun, diese Eigenschaft würde ich in Bezug auf das Deutschland der nächsten 20 Jahre eher als ungeschickt oder Schwäche einstufen. Wobei eine Schwäche in einem anderen Kontext eine Stärke sein kann. Wir brauchen nicht nur die knallharten Geschäftsmänner und Geschäftsfrauen. In verrückten Zeiten ist es leider ungeschickt, hochsensibel zu reagieren.

Die Stärken der Zukunft werden sein:

Verlernen,

Vergessen,

Vergeben,

Die Kunst veraltetes Wissen abzuschütteln und nicht nachtragend zu sein, bringt uns in der Zukunft weiter.

 

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