Freude am Scheitern auf der Bühne des Lebens Teil III

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Im Radio habe ich von den Fuckup Nights in Esslingen gehört. Gescheiterte Firmengründer berichten von ihrem eigenen Scheitern und wollen anderen Gründern helfen, nicht dieselben Fehler zu machen. Das hört sich für mich nach ganz viel Persönlichkeitsentwicklung und Wachstum an, auch wenn der Weg durch Wut, Trauer und Angst führt. Vielleicht ging auf dem Weg die private Altersvorsorge futsch. Vielleicht ist der Lebenslauf nicht mehr „Arbeitgeberattraktiv“. Mir gefällt die Idee der Fuckup Nights wirklich gut. Die Fuckup Nights sind für mich ein richtiger Schritt in Richtung deutsche Fehlerkultur. Fehler sollen nicht bestraft sondern als Chance verstanden werden, aus ihnen zu lernen.

Ich selber bin beruflich wie privat immer wieder gescheitert. Rückblickend betrachtet hätte das ein oder andere Scheitern vermieden werden können, hätte ich damals gewusst, wer ich bin und was ich wirklich will. Hier können Werte-Seminare oder Coaching Ausbildungen helfen, seinen eigenen Werten auf die Spur zu kommen, gerade wenn man bisher seine Nase nur in (Gesetz-)Bücher gesteckt hat. Welche Situation war für mich so erdrückend, dass ich dachte das geht gar nicht? Situationen in denen es gar nicht geht, machen die eigenen Werte am schnellsten deutlich. Wer seine Werte kennt, kann häufig Konflikte mit anderen besser nachvollziehen und entwickelt Verständnis.

Wenn ich weiß, was ich will und was ich nicht will komme ich viel leichter durch das Leben. Einmal hörte ich die Geschichte einer Sachbearbeiterin auf dem Jugendamt. Eine Alleinerziehende Mutter beschwerte sich über den Vater des Kindes. Er würde keinen Unterhalt für sein Kind bezahlen und wäre das letzte. Die Sachbearbeiterin entgegnete dann, dies sei ein klassischer Fall von „Auswahlverschulden“. Auswahlverschulden, was für ein großes Wort im Kontext: Was will ich wirklich? Wir haben Chancen und Möglichkeiten. Und die gilt es in jedem Lebensabschnitt zu nutzen.

Fragen die man sich im Selbstcoachingprozess stellen kann um Klarheit über seine Werte zu bekommen:

  • Wie stellst Du Dir Deinen Ruhestand vor?
  • Womit verbringst Du am liebsten Deine Zeit?
  • Was hast Du davon? Was gibt Dir das?
  • Wofür gibst Du viel Geld aus?
  • Was macht Dir viel Spaß? Was ärgert Dich am meisten?
  • Welche Werte sind Dir in Gemeinschaft wichtig?Warum Fragen sollen ja nicht gestellt werden, hier eine Ausnahme:
  • Warum fühle ich mich manchmal komisch?
  • Warum verstehe ich mich mit anderen Mitmenschen nicht?

Werte finden Ihren Ausdruck in Begriffen wie Sicherheit, Ehrlichkeit, Ehre, Treue, Zuverlässigkeit, Verantwortung usw. Sie stehen hinter unseren Verhaltensweisen und sind innere Motivatoren. Wenn Du Dein Verhalten verändern willst, aber Werte hast, die zu dem gewünschten Verhalten im Widerspruch stehen, dann wirst Du keinen Erfolg haben. Dein neues Verhalten wirst Du nicht lange beibehalten können. Nur wenn Deine Werte Dein Verhalten unterstützen, wirst Du es schaffen, Dein Leben dauerhaft zu verändern.

Mithilfe von Werten urteilen wir darüber, was gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm, gut oder böse, wahr oder falsch, schön oder hässlich ist. Werte treten in enger Verbindung mit den Überzeugungen, Vorurteilen, Einstellungen auf. Je nach Kontext und erwünschtem Ergebnis können Werte in Konflikt geraten.

Ein Wertekonflikt lässt sich so beschreiben: Man hat hohe Erwartungen vom Leben und ist nicht bereit dafür Opfer zu bringen oder ist sich der Opfer die zu erbringen sind nicht bewusst. Zu einem gewissen Teil gehören diese Wertekonflikte auch zu unserem Leben. Sie machen unser Leben reizvoll, abwechslungsreich und spannend. Wenn die Konflikte aber Oberhand gewinnen, haben wir uns nicht voll und ganz unserem Ziel verschrieben und der innere Konflikt drückt sich in unserem Verhalten aus. Ein Wertekonflikt könnte ein Grund für das Scheitern eines Existenzgründers sein, neben wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Geschäftsidee selber und dem Quäntchen Glück.

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