Das Meta-Monster

IMG_0102Seit Januar 2015 begleite ich als Co-Trainer eine NLP-Practitioner Ausbildungsstaffel. Neben dem Einkaufen von Snacks, Kaffee kochen, Tische rücken und Protokolle schreiben gehört das Betreuen von Übungsgruppen und Feedback geben zu meinen Aufgaben. Ich versuche mein Wissen weiterzugeben und wiederhole gleichzeitig die NLP-Practitioner Ausbildung. Und die Auffrischung tut mir richtig gut. Am letzten Kurswochenende hatten wir das Meta-Modell. Das ist ein Fragenmodell, das Tilgungen (man lässt was weg im Satz), Verzerrungen (Sätze die als Wahrheit verkauft werden, Fantasie) und Generalisierungen (immer, alle, nie) hinterfragt.  Zu diesem Modell gehören konkrete Fragen, mit denen man unpräzise Ausdrucksweisen klärt und kritisch prüft.

Wer sich mit Meta-Modell Fragen auskennt achtet umgekehrt darauf, sich klarer auszudrücken um Rückfragen zu vermeiden. Dem fallen schädliche Verallgemeinerungen und Sätze auf, bei denen die Hälfte weggelassen wird. Der oder diejenige verfällt nicht mehr so oft in ein schwarz weiß Denken, weil einfache Rückfragen zum Ergebnis führen dass es wahrscheinliche und unwahrscheinliche Fälle gibt, in denen die Verallgemeinerung eben nicht zutrifft.

Niemand liest meinen Blog = Wirklich niemand? Gibt es Ausnahmen?

Gründe genug sich die einzelnen Beispiele für das Hinterfragen von Tilgungen, Verallgemeinerungen und Verzerrungen anzuschauen. Beim Anwenden von Meta-Modell Fragen muss immer noch der Kontext drum rum beachtet werden. Viele Rückfragen erledigen sich vielleicht durch den Kontext in welchem die Aussage gemacht wurde.

Tilgungen: Es wird was weggelassen, ich sage nur die Hälfte des Satzes

Ich fühle mich nicht wohl.                           Wie fühlst du dich denn?

Das ist die beste Lösung.                              Gemessen woran? Unter welchen möglichen Lösungen?

Das gefällt mir nicht.                                    Was genau gefällt dir nicht?

Verallgemeinerungen: Ausnahmen werden vernachlässigt.

Nie beachtet sie mich.                                 Wirklich niemals? Ohne Ausnahme?

Ich muss weiter bloggen.                             Was passiert wenn du es lässt? Woher der Zwang?

Ich sollte mehr bloggen.                              Wer verlangt das? Wer hätte etwas davon?

Ich kann nicht aufhören zu bloggen.          Wer hindert dich daran? Was würde sonst passieren?

 

Ihr merkt schon, Aussagen können hinterfragt und euer Gegenüber in den Wahnsinn getrieben werden. Deshalb Rückfragen gut dossieren und dort anwenden, wo sich ein Rückfragen lohnt. Sonst werdet ihr zum Meta-Monster.

 

Verzerrung: Ursache und Wirkung (X muss zu Y führen), ewige Wahrheiten und Annahmen

 

Ich bin ein Versager                         Was braucht man um ein Versager zu sein?

Er ist und bleibt ein Perfektionist.    Wie macht er das?

 

Jeder hält mich für faul.                   Woher weißt du, was jeder denkt?

Das Leben ist eine Baustelle.            Wer sagt das? Woher nimmst du diese Annahme?

Über Fragen will man die innere Landkarte (Lebenswirklichkeit) des anderen erkennen und verstehen. Für alle, denen die Fragerunde zu schnell gegangen ist, habe ich ein Beispiel aus dem die Macht der Fragen deutlich wird. Und wer fragt der führt.

Klient kommt mit folgendem Problem zum Coach:

Ich komme mit meinem Team nicht klar. Eigentlich leite ich das Team, aber ich werde als

Führungskraft nicht anerkannt.

 

Der Coach kann nun folgende Fragen stellen, um den Klienten in seiner Welt besser zu

verstehen.

Wie macht sich das bemerkbar?

Woran merken Sie, dass Sie als Führungskraft nicht anerkannt sind?
Immer dieselben Worte verwenden wie der Klient.

Wann hat es mal geklappt?

Was heißt den eigentlich?

Was bedeutet nicht klar kommen?

Was verstehen Sie unter dem Begriff Leiten?
Darunter versteht ja jeder etwas anderes und es ist sinnvoll das im Vorfeld abzuklopfen. Den Klienten in seiner Welt abholen und seine Lebenswirklichkeit verstehen.

Was ist ihr Verständnis von Führungskraft? Was ist für sie Anerkennung?
Herausfinden, was die Worte für die Person bedeutet, die die Worte sagt.

Der Nutzen des Meta-Modells:

  • Hintergründe werden erkannt
  • Der Klient wird zum Denken angeregt
  • Kann Barrieren lösen
  • Klärt die Beziehung zwischen Klient und Coach
  • Klient lernt sich genauer auszudrücken und sich besser zu verstehen. Missverständnissen wird vorgebeugt.

Meine liebste Meta-Modell Frage ist ja: Was wäre, wenn es doch ginge?

 

 

 

 

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