Wie du wertschätzend und respektvoll Feedback geben kannst

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Coaching ist ein personenbezogener Entwicklungsprozess zwischen Coaching Klient und Coach im beruflichen oder privaten Kontext. Man könnte meiner Ansicht nach auch lösungsfokusierte Kurzzeittherapie dazu sagen. Coaching funktioniert dann, wenn Freiwilligkeit, Wertschätzung, Vertrauen und Vertraulichkeit vor, während und nach dem Coaching Prozess gelebt werden. Klare Zielvereinbarungen zu Beginn, sind die einzige Möglichkeit, im Nachhinein abzuprüfen ob das Coaching erfolgreich war.

Neben verschiedenen Coaching Ausbildungen, in denen Interventionstechniken und Methoden erprobt werden, zeichnet sich ein Coach durch seinen bisherigen beruflichen und privaten Werdegang aus. Hat der Coach selber berufliche Schwierigkeiten bewältigt, Erfolge gefeiert und Misserfolge verkraftet, verfügt er über Reife und Lebenserfahrung die dem Coaching-Klient zu gute kommt.

Ein Coach reflektiert sein Verhalten. Er gibt wertschätzendes Feedback um dem Coaching-Klienten einen Lernschritt zu ermöglichen.

Ich selber verfalle im beruflichen Alltag immer wieder in die Verteidigungsrhetorik anstatt mich für Feedback zu bedanken und mir im stillen Kämmerlein zu überlegen, was ich von dem Feedback annehmen könnte, um besser zu werden und weiter zu wachsen. Mit Verteidigungsrhetorik meine ich das Rechtfertigen und Zerreden von Feedback bis nichts mehr davon übrig ist. Und eigentlich könnte Feedback ja auch ein Geschenk sein.

Meine Artikel für diesen Blog füttere ich immer mit Grundannahmen aus dem NLP. Hier ist wieder eine davon:

In der Kommunikation gibt es keine Fehler, sondern nur Feedback, aus dem wir lernen können.

Beim Feedback geben ist es wichtig präzise wiederzugeben, was mit allen fünf Sinnen wahrgenommen wurde. Keine Interpretationen, Verallgemeinerungen oder Pauschalisierungen. Die Landkarte ist nicht das Gebiet, jeder schaut die Welt anders an und zieht daraus Rückschlüsse, es kann so sein, wie man interpretiert es muss aber nicht so sein. Deshalb beschreibt man nur das wahrgenommene.

Bevor man ein Feedback gibt, muss in einem Vieraugengespräch mit dem möglichen Feedbackempfänger geklärt werden, ob er bereit ist ein Feedback zu bekommen. Ob er es annimmt entscheidet er später selber, im ersten Schritt geht es um die Bereitschaft sich ein Feedback anzuhören. Das Feedback wird angekündigt und der mögliche Feedbackempfänger kann auf die Ankündigung immer noch sagen: „Ich möchte Feedback, aber nicht jetzt.“

Möchte der Feedbackempfänger im ersten Schritt das angekündigte Feedback, kann er im zweiten Schritt, nachdem er sich das Feedback angehört hat, entscheiden ob er das gesagte annehmen möchte oder nicht. Ist vielleicht an dem Feedback etwas dran und hilft mir das Feedback meine blinden Flecken oder rote Knöpfe zu sehen, oder schiebe ich das Feedback weg und nehme es nicht an. Der Feedbackempfänger kann nachdem er sich das Feedback angehört hat einfach sagen: „Danke für das Feedback“ und alles so stehen lassen.

Feedback ist immer eine Chance die Selbstreflexion zu trainieren und die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu machen.

Hier eine kurze Anleitung für den Feedback-Geber

  1. Was habe ich wahrgenommen?
    Ich-Form: „Ich habe wahrgenommen…“, oder „Auf mich wirkte…“
  2. Was war die Wirkung auf mich?
    Beschreibung meiner Gefühle die entstanden sind als ich das was ich wahrgenommen habe erlebte. Die Wirkung muss benannt werden, um die Wichtigkeit des Feedbacks zu unterstreichen.
  3. Was wünsche ich mir für die Zukunft vom Feedbackempfänger?

Abschließende Frage:

  1. Wie geht es Dir jetzt mit dem Feedback?

Abklären was das Feedback mit dem Feedbackempfänger macht. Es könnte ja sein er bekommt das Feedback in den falschen Hals.

Das Feedback sollte immer positiv enden. Bei den Formulierungen sollte man sich vor dem „aber“ Wort in Acht nehmen und lieber mit „und“ formulieren.

 

 

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