Gewaltfreie Kommunikation. Eine Einführung

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Zuerst einmal geht es in der GFK um die Bedürfnisse aller Parteien. Die Unterschiedlichkeit wird anerkannt. Alles was wir tun, tun wir um uns Bedürfnisse zu erfüllen. Jeder Mensch hat immer „gute Gründe“ für sein Tun. Hinter jedem Konflikt und jeder Verurteilung stehen unerfüllte Bedürfnisse, sonst gäbe es keinen Streit.

Das erinnert mich an zwei Grundannahmen im NLP, das jeder Mensch in der Situation in der er ist, die beste Entscheidung trifft unter allen Wahlmöglichkeiten und das jedes Verhalten eine positive Absicht hat.

Vor drei Jahren habe ich einen Tageskurs in Gewaltfreier Kommunikation gemacht und meine Erkenntnisse daraus leider schnell wieder vergessen. Momentan wiederhole ich das Skript von damals. In meinem folgenden Artikel gebe ich eine Zusammenfassung und ziehe wo es geht, Verbindungen zu NLP.

Durch die Gewaltfreie Kommunikation kann es gelingen:

  • fair und respektvoll miteinander umzugehen
  • aufrichtig zu sein, ohne Kritik und Vorwurf
    also eine Methode um selber authentisch leben zu können
  •  Entscheidungsfreiheit wie man mit Situationen umgehen will
    je mehr Wahlmöglichkeiten je besser

Unter welchen Voraussetzungen gelingt Kommunikation nur schwer?

  • Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Vergleiche, Vorurteile, fehlendes Verantwortungsbewusstsein.
  • Es werden Forderungen gestellt und keine Bitten ausgesprochen. So muss der andere und es fehlt an Freiheit. Da bleibt dann nur unterwerfen oder rebellieren.

In der GFK wird als Grund für die Zusammenarbeit folgendes vorausgesetzt:
gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und eine Freiwilligkeit etwas gerne für den anderen zu tun.

Mit den 4 Schritten des sprachlichen Modells der GFK soll Vorgefallenes angesprochen werden können, ohne Widerstand zu erzeugen. Diese 4 Schritte finde ich selber schwierig und habe sie bewusst noch nie angewandt. Manchmal dachte ich schon in Arbeitsgruppen, war das jetzt GFK oder nicht, wenn jemand einen Satz mit der Äußerung eines Bedürfnis aussprach. Vielleicht geht es euch genauso.

  1. Beobachten ohne zu Bewerten
    Formulierung einer reinen Beobachtung.
    Was sehe ich, was höre ich, was hat der andere gesagt
    Im NLP würde man sagen, die Landkarte ist nicht das Gebiet und die Landkarte des einen ist nicht die Landkarte des anderen. Jeder kuckt die Wirklichkeit anders an. Lässt man sich zu Bewertungen hinreißen kommt es zu Generalisierungen und Übertreibungen wie „Nie hörst du zu“ oder „Du hast ja keine Ahnung“.
    Im NLP dient das Meta Modell der Sprache  dazu, Bewertungen zu hinterfragen und Informationen zu sammeln, um den anderen in seiner Welt zu treffen und zu verstehen, was er meint, wenn er etwas sagt.
  2. Äußerung meiner Gefühle
    Ich teile mit, wie es mir geht, nachdem etwas vorgefallen ist.
    Ich trage selber Verantwortung für meine Gefühle und wie ich reagiere.
    Zwischen echten Gefühlen und Scheingefühlen wird unterschieden
    echte Gefühle:
    froh, mutig, genervt, frustriert, irritiert…
    Scheingefühle sind:
    missverstanden, angegriffen, ausgegrenzt, vernachlässigt…
    Ich beschuldige andere und fühle mich deshalb so.
  3. Bedürfnis mitteilen
    Ich bräuchte (Rücksichtnahme, Unterstützung….), weil mir wichtig ist.
    Diesen Punkt finde ich sehr schwer umsetzbar im Alltag.
    Das Bedürfnis muss frei von Orts- und Zeitangaben und frei von der Mitwirkung anderer sein.
    Erfüllte Bedürfnisse führen zu positiven Gefühlen und umgekehrt.
  4. Bitte Strategie
    Wir bitten den anderen um etwas. Was kann der andere für uns tun, damit unser Bedürfnis erfüllt wird. Möchte ich meine Bedürfnisse erfüllt haben?
    Kriterien für eine Bitte:
    Bitte bezieht sich auf das Hier und Jetzt und nicht auf die Zukunft. Die Bitte ist konkret und erfüllbar. Positive Formulierung der Bitte, ich sage was ich will, aber nicht als Forderung.

Erkennt ihr, wenn jemand nach der Methode der Gewaltfreien Kommunikation mit euch redet? Das würde mich sehr interessieren. Hinterlasst mir gern einen Kommentar. Vielleicht entschließe ich mich nach eurem Feedback doch noch zu einer längeren Ausbildung in Gewaltfreier Kommunikation.

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