(k)einem Streit aus dem Weg gehen Teil II

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Konflikte gehören zum Leben und werden häufig als etwas Negatives angesehen, da sie oft ungelöst bleiben und die Beteiligten darunter leiden und keinen Ausweg finden. Konflikte machen Unterschiede deutlich – Unterschiede im Denken, Fühlen und Wollen – und liegen dort vor, wo ungleiche, oft gegensätzliche Ziele/Absichten verfolgt werden. Nicht der Konflikt an sich ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie man mit ihm umgeht. Wer sich seiner übergeordneter Ziele und Werte (Eigenschaften die einem wirklich wichtig sind) bewusst ist, kann in Konfliktsituationen gelassener reagieren. Zu wissen was man will hilft sich nicht in ängstlichen Gedankenketten zu verheddern. Dann ist man mit der Aufmerksamkeit beim übergeordneten Ziel. Man kommt aus dem Kopfkino mit den vergangenheits- und zukunftsbezogenen Warums und Wohins in die Geganwart zurück.

Diese Fragen helfen, seinen eigenen Werten auf die Sprünge zu kommen:

Was hat für mich Bedeutung und verleiht meinem Handeln einen übergeordneten Sinn?

Was würde ein guter Bekannter in einer Rede auf meiner Beerdigung als wertvoll hervorheben, wenn er berichtet wie ich gelebt und gearbeitet habe?

Wofür will ich von anderen zu Rate gezogen werden?

Ganz ohne Verletzungen geht es auch beim fairen Streit nicht zu. Wenn ich den anderen auf einen Fehler aufmerksam mache, muß ich ihm auch zumuten, daß es ihn schmerzt. Wenn immer wieder dieselben Dinge aus der Vergangenheit hervorgeholt werden (Munition für Auseinandersetzungen), die mit den aktuellen Schwierigkeiten nichts zu tun haben, kommt es zu keiner Lösung. Deshalb beschränken sich faire Streiter auf aktuelle Schwierigkeiten, die hier und jetzt bearbeitet werden. Klage und Änderungswunsch müssen sich auf reale Gegebenheiten beziehen die beim Namen genannt werden. Wenn man ein komisches Verhalten nicht beschreiben kann, ist es kaum möglich, sinnvoll darüber zu streiten.

Du hast ein Problem auf der Arbeit, im Verein, im Freundeskreis. Wie könnte die Situation in einem halben Jahr aussehen, wenn einige Probleme bewältigt sind? Stell Dir vor Du schwebst auf einem fliegenden Teppich über die jetzige Situation. Du siehst die Situation in allen (belastenden) Einzelheiten. Dann fliegst du mit dem Teppich in die Zukunft und siehst die Veränderungen an denen Du und Helfer aktiv mitgewirkt haben.  Was hat sich nun an der Situation geändert? Wie hast Du an den Veränderungen mitgewirkt, die Du in der Zukunft auf dem fliegenden Teppich betrachtest?

Generelle Überlegungen:
Wer kann Dir im Konfliktgespräch Schutz bieten?
Mit wem kannst Du das Gespräch wieder und wieder üben, um vorbereitet zu sein?
Frag Deine Familie und Freunde, ob ihnen an Dir immer wieder gleiche Streitmuster auffallen?
Lässt Du sozusagen auf Knopfdruck unbewusst ein bestimmtes Programm ablaufen?

Ziele erreichen in Konfliktgesprächen

Was wäre die beste Lösung?

Welche Vorteile hätte die Lösung für wen?

Welche Nachteile hätte die Lösung für wen?

Was müßte man planen um die Lösung zu erreichen?

Was wäre die schlechteste Lösung?

Und welche Vorteile hat die schlechteste Lösung für wen?

Und welche Nachteile hat die schlechteste Lösung für wen?

Was kann ich tun, um die schlechteste Lösung zu verhindern?

Welche Lösungen sind im Augenblick noch denkbar?

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