(k)einem Streit aus dem Weg gehen

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Im letzten Monat kam ich oft in Konfliktsituationen. Wer mich kennt weiß, ich will in nix reinkommen. Meine Rolle ist die des Harmonizers. Warum eigentlich? Und wenn ich mich streite ist das schlimmste, möglicherweise einzuknicken und klein bei geben zu müssen. Deshalb habe ich mir vorgenommen einen Ablaufplan zu erstellen, den ich bei zukünftigen Streitereien anwende.

1. Achtsamkeitstraining

Achtsamkeit beschreibt das Beobachten von Augenblicken, ohne diese sofort zu bewerten. Wir schauen aus dem Fenster und beobachten was passiert. Wir sehen das jemand über die rote Ampel fährt. Das verkehrswidrige Verhalten ist egal, wir schauen uns die Farbe und das Fabrikat des Autos an. Wir nehmen zur Kenntniss, ohne sofort genervt zu sein und in gewohnte Verhaltensmuster abzurutschen. Achtsamkeit verhilft mir zu Konzentration und Aufmerksamkeitslenkung. Achtsam durch die Welt zu gehen setzt voraus, das ich nicht in Eile bin, oder es mir leisten kann, mir die Zeit zu nehmen.

2. Streit mit dem anderen von einer Wolke aus betrachten oder aus dem Zimmer gehen

Ein Streit bricht aus, es wird geschrien. Was soll ich tun? Zurück schreien? Jedenfalls muß ich Zeit gewinnen. Ich atme erstmal und sage nix, um Zeit zum Denken zu gewinnen. Ich entscheide mich auf die Metaposition zu gehen und den Streit von ausserhalb zu betrachten. Ich steige aus dem Streit aus.

Ich mache das dadurch, das ich mir vorstelle auf einer Wolke zu sitzen und von oben auf die Konfliktsituation zu schauen. Wichtig ist hierbei das ich mich selber sehe und den anderen. Ich sehe mich selber in der Streitsituation. Das schafft Distanz. Ich kann dann mit dem Blick von oben nach unten auf die Situation (und vor allem von ausserhalb) bessere Argumente finden, um im Streitgespräch zu bestehen. Von oben kann ich den anderen auch betrachten und mir überlegen was dem sein Anliegen ist. Seine positive Absicht die er durch den Streit zu verteidigen versucht.

Wenn ich aus dem Zimmer renne und schreie, wir reden Morgen weiter, nehme ich auch die Metaposition ein. Sich von einem Streit zu dissoziieren hilft, Gefühle nicht so nah an sich ran zu lassen. Und man schafft es besser einen kühlen Kopf zu bewahren. Man redet sich nicht um Kopf und Kragen. Im stillen Kämmerlein kann ich mir dann die Situation nochmal herholen.

3. Kommunikation mit Meta Modell Fragen

Jeder Mensch hat eine andere innere Landkarte. Jeder Mensch nimmt die Welt um sich rum anders war. Man könnte auch vereinfacht sagen: jeder schaut anders auf die Welt in der er lebt. Die Landkarte ist nicht die Landschaft. Meta Modell Fragen helfen unpräzise Ausdrucksweisen zu klären und kritisch zu prüfen. Man hinterfragt Verallgemeinerungen (Niemand hört auf mich! = Niemand ohne Ausnahme?) oder Tilgungen (Das geht nicht! = Was geht nicht?) im Streitgespräch.

Warum sagt eine Person das und das? Was ist die Begründung? Was sind die Argumente?

Meta Modell Fragen sind lösungsorientierte Fragen und zeigen das echte Interesse am anderen. Barrieren können abgebaut werden.

4. Wie bleibe ich Standhaft?

Jedes Verhalten hat eine positive Absicht. Das ist einge Grundannahme im NLP. Was ist meine positive Absicht? Wozu führe ich diesen Streit? Was ist das Ziel? Gibt es ein größeres Ziel hinter dem Ziel? Das was ich erreichen will mache ich mir mit Hilfe meiner Vorstellungskraft noch größer, schöner, bunter, erstrebenswerter. Ich sehe vor mir, höre und fühle, wie es sein wird, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Am besten mit allen fünf Sinnen „reinsteigern“. Auch dafür ist es gut, sich im Alltag in Achtsamkeit zu üben. Mit jeder Pore meines Körpers schwöre ich mich auf die Erreichung meines Ziels ein und verliere das Ziel nicht aus den Augen. Das gibt die nötige Standfestigkeit, die Streitigkeiten durchzustehen und hilft nicht vom Kurs abzukommen.

5. Eigenen Standpunkt vertretten mit Metaphern

Ich spreche in Bildern, um mir selber und meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Man setzt kreative Prozesse in Gang. Wiederstände werden abgebaut. Wenn man viele Bilder verwendet, redet man erst mal über was anderes, das macht es leichter Situationen zu beschreiben. Und beim anderen kommt das gesagte schmerzfreier an.

Was fällt mir für ein Bild zum Streit mit dem anderen ein? Angeschossenes Kaninchen vielleicht? Batman gegen Catwoman?

Mein Leben in diesem Moment ist wie? Welche bildhafte Wahrnehmung habe ich gerade von der Streitsituation. Fühle ich mich wie beim Sackhüpfen auf einem Minenfeld?

Letzter Punkt, versuchen nicht nachtragend zu sein. Nicht alles auf die Goldwaage legen.

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